Casting

Casting ist ein wichtiges Aktionsfeld für Schauspieler:innen, um Rollen zu erhalten. Physische Castings werden von vielen Schauspieler:innen bevorzugt, aber sie bergen auch Gefahren des Missbrauchs. Es ist deshalb wichtig, dass insbesonderes bezüglich der Darstellung von intimen Handlungen klare Spielregeln eingehalten und durch die Schauspieler:innen oder ihre Agent:innen eingefordert werden.

Spätestens mit der Corona-Pandemie haben sich zudem E-Castings etabliert und sind seither nicht mehr aus dem Berufsalltag von Schauspieler:innen wegzudenken, sondern ein integraler Bestandteil des Castingprozesses für Spielfilme geworden. Es ist wichtig zu wissen, was von den Casting Directors erwartet wird und welches die Anforderungen an ein E-Casting sind. 

ICDN-Best-Practice-Casting-Richtlinien zu Nacktszenen und intimen Handlungen

Naturgemäss unterliegen Castings einem gewissen Machtpotenzial und Machtgefälle. Manche Darsteller:innen können sich gedrängt fühlen, unbequemen oder gar übergriffigen Anfragen zuzustimmen, nur um den Job zu bekommen. Casting Directors sind daher zu Recht um die Sicherheit der Schauspielerinnen besorgt. Um ein professionelles Umfeld zu gewährleisten und auch der Regie die Sicherheit zu geben, dass ein "Ja" einer Darstellerin oder eines Darstellers frei und selbstbewusst gegeben wurde, empfiehlt das International Casting Directors Network ICDN dringend, die angegebenen Richtlinien (2020) strikt einzuhalten.

Merkblatt E-Casting für Schauspieler:innen

E-Castings beinhalten sowohl eine Rolleninterpretation als auch eine kurze Vorstellung der eigenen Person und Fähigkeiten. Ein E-Casting verlangt gleich viel von den Schauspieler:innen wie ein physisches Casting. Dabei geht nicht so sehr um technische Perfektion als um die Rolleninterpretation. Dennoch gibt es einige technische Voraussetzungen. Glaus&Gut Casting hat zusammen mit dem SSFV ein Merkblatt (2024) erstellt, um Schauspieler:innen aufzuzeigen, was nötig ist und was nicht.