Pressemitteilung
Filmschaffende in der Schweiz fordern eine Lohnerhöhung von 5 Prozent. Die Teuerung der letzten 15 Jahre beträgt 16.1 Prozent und der Schweizer Nominallohn ist um 21 Prozent gewachsen. Die Löhne der Filmschaffenden wurden im gleichen Zeitraum im Durchschnitt um nur 8 Prozent erhöht.
Seit 1993 wurden die Fördermittel für die Schweizer Filmproduktion massiv erhöht. Der Bund hat die Subventionen für die Filmproduktion verdoppelt und Dank der Zürcher Filmstiftung und dem Fonds Regio in der Westschweiz haben sich die regionalen öffentlichen Gelder ebenfalls vervielfacht. Auch das Schweizer Fernsehen stellt für die freie Filmproduktion (Fernsehfilme und Serien) heute viel mehr Geld zur Verfügung als 1993. Dieser Fortschritt hat sich in der Lohnentwicklung der Filmschaffenden nicht niedergeschlagen. So wird zwar die allgemeine Kostensteigerung in den ebenfalls steigenden Budgets der Filmproduktionen berücksichtigt, die Löhne aber wurden seit Jahren nicht erhöht und sind in den letzten zwei Jahren sogar gesunken.
Filmschaffende in der Schweiz sind nicht das ganze Jahr hindurch vollbeschäftigt, sondern arbeiten projektbezogen als Freelancer. Ein Engagement für einen Spiel- oder Dokumentarfilm dauert je nach Funktion mehrere Wochen oder Monate. Engagements für die Werbe- und Auftragsfilmproduktion dauern wenige Tage bis einige Wochen. Die meisten Produktionen werden im Sommerhalbjahr realisiert. Da sich die Produktionsdaten häufig überschneiden, ist es den Filmschaffenden kaum möglich, bei mehr als zwei oder drei langen Projekten involviert zu sein.
In der Filmbranche besteht seit dreissig Jahren eine Sozialpartnerschaft zwischen den Produzentenverbänden und dem SSFV. In einer Paritätischen Kommission werden regelmässig Arbeitsbedingungen und Richtlohnansätze ausgehandelt und angepasst. Das SSFV wird der Paritätischen Kommission Ende November eine allgemeine Erhöhung von 5 Prozent beantragen, um die Löhne der Filmschaffenden stufenweise der bis anhin nicht berücksichtigten Teuerung anzupassen. Die 5 Prozent beinhalten den Teuerungsausgleich 2007 und 2008, welcher insgesamt 3.3 Prozent beträgt, und eine Reallohnerhöhung von 1.7 Prozent.
Um die Qualität und die Professionalität der Schweizer Filmproduktion zu gewährleisten, braucht es erfahrene Filmschaffende, die ihren Beruf kontinuierlich ausüben und davon leben können.
Für die Lohnerhöhung engagiert sich das Syndicat Suisse Film et Vidéo (SSFV), das alle Filmschaffenden im künstlerischen, technischen und logistischen Bereich vertritt: Kameraleute, Regieassistenten, Beleuchter, Maskenbildner, Stuntmen, Requisiteure, Szenenbildner usw. Auch die Filmschauspieler der deutschen Schweiz werden durch das SSFV vertreten.
Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Karin Vollrath, Geschäftsführerin SSFV, Tel. 044 272 21 49, karin.vollrath@ssfv.ch


